Historie

Vorgeschichte Runder Tisch Rumeln-Kaldenhausen

RUMELN-KALDENHAUSEN (Feb-2016) - Der südwestliche Zipfel von Duisburg ist etwas ganz Besonderes. Hier sind noch viel nachbarschaftliches Miteinander und lokale Identität zu spüren. Unsere heutigen Ausführungen begleiten Sie durch einen Ortsteil der ganz besonderen Art.

Vorab: Wer für die Region zwischen Krefeld, Rheinhausen und Moers lediglich „Rumeln" oder „Kaldenhausen" sagt, der verärgert grundsätzlich den anderen, gerade nicht genannten Ortsteil. Ferner ist es heute noch so, dass sich Rumeln-Kaldenhausen eigentlich eher etwas Krefeld, ein wenig Moers, eine Prise Friemersheim oder auch einen Hauch Hohenbudberg schmecken lassen möchte, der Brocken Duisburg liegt so manchem (Ur)einwohner, auch 41 Jahre nach der Kommunalen Neuordnung, noch irgendwie im Magen.

Die Geschichte en bloc: Die erste urkundliche Erwähnung Rumelns erfolgte 898 in den „Werdener Urbaren" (das war ein Verzeichnis von Liegenschaften). 1472 wurde das Kloster Marienfelde gegründet (nicht mehr erhalten), die „Klosterstraße" und die „Marienfeldschule" erinnern heute noch daran. 1934 erfolgte der Zusammenschluss von Rumeln und Kaldenhausen zu Rumeln-Kaldenhausen. Die Doppel-Gemeinde gehörte bis 1974 zum Kreis Moers. Am 1. Januar 1975 wurde Rumeln-Kaldenhausen - obwohl weit über 90 Prozent der Bevölkerung dagegen stimmten - gemeinsam mit Rheinhausen, Homberg, Walsum und Baerl der Stadt Duisburg zugeordnet. Seitdem bilden Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen einen der sieben Duisburger Stadtbezirke.

Nun, bis 1975, wo die Musik ausschließlich im eigenen Rathaus spielte, war die Welt noch in Ordnung. Ab 1975, als „südwestlicher Zipfel" einer 608.000 Einwohner zählenden Großstadt (heute: 488.000), veränderte sich das Innenleben des Doppel-Dorfes erheblich. Im Stadtrat Duisburg und in der Bezirksvertretung Rheinhausen bemühten sich Heinrich Clouth, Egon Schotters (beide Stadtrat), Adolf Funk, Gerd Hudasch, Wilhelm Lohbeck und Sepp Wurm (alle Bezirksvertreter) um die Belange „ihres" Ortes. Deren Sisyphus-Arbeit bestand darin, möglichst dicke Bretter zu bohren. Denn so wie dem griechischen Helden stets kurz vor dem Gipfel der hoch zu rollende Felsen aus den Händen glitt, wurde es für die Rumeln-Kaldenhausener Volksvertreter immer schwerer, sich zuerst im Rheinhauser Gemenge-Busch und dann auch noch im Duisburger Begehrlichkeiten-Dschungel durchzusetzen - bei immer leereren Kassen.

Zusätzlich gründete sich als Schutz- und Trutz-Gemeinschaft ein Bürgerverein um Hubert Haas, der sich unter anderem mit so schwerer Kost wie der Straßenumbenennung, dem Lkw-Verkehr durch den Ort und der Bayer-Sondermülldeponie beschäftigte. Doch wie so oft so auch hier: Nach dem nimmermüden Haas gab es nicht mehr genug „Manpower", um die Vereinigung auf Dauer zu beleben. In Sachen Ortsidentität sprangen damals zwei heimatbewusste Männer in die Bresche. Der Rumelner Peter Wey und der Kaldenhausener Heinz Billen sorgten für mannigfaches Retro. Sie veröffentlichten ab 1984 im Seidelt-Verlag drei Bildbände, die damals ähnlich weit verbreitet gewesen sein mussten wie die Bibel: An die 5000 Exemplare gingen weg wie warme Semmeln.

Aus dieser Ecke kam auch der Hinweis, dass Rumeln 1998 1100 Jahre alt werden würde. Das wiederum brachte eine Aktionsgemeinschaft auf die Beine, die unter der Führung von Delia Rosenberger-Pügner und Ferdi Seidelt Ende August 1998 ein Festwochenende auf die Beine stellte, wofür das Wort „sensationell" nicht ausreicht. Im damals 19.000 Einwohner zählenden Ort registrierten Ordnungsamt und Polizei geschätzte 30.000 bis 35.000 Gäste. Prunkstücke waren der Historische Festumzug und die Jubiläumsmeile Dorfstraße vom Marktplatz bis zur Sankt-Marien-Kirche. Dadurch stand die „Rumelner Wiege" (= die untere Dorfstraße), im Mittelpunkt. Dort befinden sich ein kleines, aber feines Geschäftszentrum und die alte Pferdestation/Gaststätte „Zur Post". Eine der Geschäftsfrauen, Beate Klatt, war es, die aufgrund der wundersamen Dorf-Erweckung aus dem Dorn­röschen­schlaf zusammen mit weiteren Selbstständigen die Bildung des „Runden Tisches Rumeln-Kaldenhausen" anregte und fortan die hoch löbliche Mitgliedsnummer l trägt.

Die Gemeinschaft, 1998/99 gegründet, feiert seit 1999 jährlich ein Sommerfest und seit 2000 zusammen mit der Evangelischen Kirchengemeinde, ebenfalls jährlich, einen Weihnachtsmarkt. Bei diesen Veranstaltungen, die von weit über 100 Mitgliedern aus Handel, Handwerk, Dienstleistung, Vereinswesen und Kirche gestützt werden, ist immer der halbe Ort auf den Beinen. Das sagt im Doppel-Wort-Dorf mehr als tausend Worte.

Rumeln-Kaldenhausen einst und jetzt

Was eigentlich ist Rumeln-Kaldenhausen? Wo liegt es, was sind die Besonderheiten? Wir haben uns einmal im Internet und in anderen Quellen umgeschaut und finden dort im Großen und Ganzen das bestätigt, was „Heimische" kennen und hiermit bestätigen können.

Der Ort und die Welt

Rumeln-Kaldenhausen liegt in Europa, in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen, am Niederrhein, in Duisburg, genauer im Süd-Westen von Duisburg, dort an den Stadtgrenzen zu Moers (Stadtteile Schwafheim und Kapellen) und Krefeld (Uerdingen). Seit dem 1. Januar 1975 ist Rumeln-Kaldenhausen ein Ortsteil von Rheinhausen, was wiederum zu diesem Termin ein Bezirk von Duisburg wurde. Wer Rumeln-Kaldenhausen anschreiben möchte, notiert „47239 Duisburg", wer's telefonisch will, wählt „02151". Rumeln-Kaldenhausen dürfte auch bei extremem Hochwasser nicht von der Nordsee überflutet werden: Durchschnittlich 30 m über Normal-Null reichen wohl aus. Interessantes Moment in Kaldenhausen: „Vennikel" gibt es sowohl in Moers als auch in Krefeld und Duisburg.

Die Kommune

Rumeln-Kaldenhausen hatte Ende 2014 exakt 17.157 Einwohner, knapp 1000 Männer und Frauen weniger als noch vor zehn Jahren. Grund: Obwohl in Rumeln-Kaldenhausen emsig neu-, um- und ausgebaut wird, wohnen heuer immer weniger Menschen auf immer mehr Quadratmetern - ein Phänomen, das mit wachsendem Wohlstand und einer kleiner werdenden Familiengröße erklärt werden kann. 861 Ausländer machen einen Anteil von fünf Prozent an der Bevölkerung aus, es gibt im Ort gut 4000 bewohnte Gebäude mit insgesamt 8300 Wohneinheiten.

Der Runde Tisch

Nun, die Einwohner von Rumeln-Kaldenhausen sind nicht allein! Rührige Kirchengemeinden und engagierte Vereine ermöglichen viel Miteinander. Der herzliche Gemeinsinn war denn auch zu spüren, als 1998 das große Jubiläumsfest einen ganzen Ort elektrisierte.

Die aus dem Arbeitskreis entstandene Vereinigung „Runder Tisch Rumeln-Kaldenhausen" freut sich sehr, dass sie mit 130 Mitgliedern, unter ihnen die Kirchengemeinden und viele Vereine, nach wie vor eine Einheit bilden kann, die leistungsstark zum Wohle des Orts aktiv ist.

Die schon erwähnten Feste im Sommer (immer am ersten September-Samstag) und Winter (stets am Wochenende des 2. Advents) sind die „Flaggschiffe", wobei die „Eskorte" nicht von schlechten Eltern ist. Hier wie dort warten die Kaufleute mit kurzweiligen Quartiersaktivitäten auf, einmal im Jahr zeigt sich der Ort heimelig mit einer sehenswerten Weihnachtsbeleuchtung und viele Kulturveranstaltungen (Alte Dorfschule, Glaserei Bongartz) sorgen für die innere Erbauung. Darüber hinaus helfen der Internet-Auftritt (www.runder-tisch.info) und diverse Netzwerk-Einbindungen dafür, dass der Runde Tisch auch „modern" zur Kenntnis genommen wird.

Geschichte

Einige Worte zur Historie. Diese führte 1998 zur fulminanten „1100-Jahr-Feier" von Rumeln (aus der der Runde Tisch Rumeln-Kaldenhausen entstand). Damit keine Irritationen entstehen: Der Ortsteil Kaldenhausen ist jünger, die Wiege der damaligen Doppelgemeinde (und des heutigen Stadtteils) stand in der unteren Dorfstraße.

Wandeln Sie nun mit uns (und den Heimatforschern) gedanklich durch die Jahrhunderte: Die erste urkundliche Erwähnung Rumelns erfolgt 898 in den „Werdener Urbaren". 1472 wird gegründet das Kloster Marienfelde, das nicht mehr erhalten ist (Stichwörter: Klosterstraße, Marienstraße, Marienfeldschule). Bis Juni 1934 gehören Rumeln und Kaldenhausen zur Landgemeinde Rheinhausen. Am 30. Juni 1934 scheiden die beiden Orte aus der Landgemeinde aus und es erfolgt am 1. Juli 1934 der Zusammenschluss von Rumeln und Kaldenhausen zur Gemeinde „Rumeln", später wird auf Drängen der Kaldenhausener Lobby die Kommune „Rumeln-Kalden­hausen" genannt.

Am 1. Januar 1975 wird Rumeln-Kaldenhausen als kreisangehörige Gemeinde gemeinsam mit den Städten Rheinhausen, Homberg und Walsum sowie dem Ortsteil Baerl der kreisangehörigen Gemeinde Rheinkamp der Stadt Duisburg zugeschlagen - 90 Prozent der heimischen Bevölkerung waren in einem Volksentscheid dagegen, gingen aber im landesweiten Quorum unter.

Auf Rumelner Gebiet gibt es im Bereich der Kloster- und Marienstraße einige wenige Relikte des ehemaligen Klosters Marienfeld. Mit dem Dreißigjährigen Krieg wurden auch die Rumelner Einwohner mit ihrem Landesherrn, dem Grafen von Moers, protestantisch, wobei nicht die lutherische, sondern die calvinistisch-protestantische Religion Vorrang hatte. Nur Kaldenhausen blieb katholisch; die Konfessionsgrenze verlief in etwa in Höhe des Rumelner Rathauses in Ost-West-Richtung.

Heraldik

Das Wappen symbolisiert die Vereinigung der beiden früheren Einzelgemeinden Rumeln und Kaldenhausen zur Gemeinde Rumeln-Kaldenhausen. Der südliche Teil mit der Ortschaft Kaldenhausen unterstand dem Erzbistum Köln, daher das schwarze Kreuz in Silber, während der nördliche Teil mit der Ortschaft Rumeln zur Herrlichkeit Friemersheim gehörte, deren Wappen wiederum die drei silbernen Rosen in Blau entnommen wurden. Die Herrlichkeit Friemersheim fiel Ende des 14. Jahrhunderts an die Grafen von Moers. Das Wappen entstand übrigens erst 24 Jahre nach Schaffung der Doppelgemeinde, also 1958. Der einfache Grund: Kurz zuvor hatte Rumeln-Kaldenhausen sein Rathaus bekommen. So betrachtet war das Erkennungszeichen also keines, was Ritter einst wehrhaft auf ihren Schildern trugen (um sich erkennbar zu machen), sondern eines, was der wackere Beamte in der Behörde behende unter amtliche Schriftstücke zu setzen wusste. Stichwort Rathaus: Eröffnet wurde es 1957, genau auf der Ortsgrenze von Rumeln zu Kaldenhausen, ein Erweiterungsbau direkt dahinter ging 1967 in Betrieb. Die bauliche, von außen einsehbare Wege-Verbindung der beiden Behördenteile miteinander wurde übrigens scherzhaft „Beamtenlaufbahn" genannt.

Kindergärten

Es gibt heute noch vier Kindergärten: die Evangelische Kindertagesstätte Rumeln-Kalden­hausen/Familien­zentrum (Kirchstraße), die katholischen Einrichtungen Dorfstraße (für Sankt Marien) und Am Böschhof (für Sankt Klara) sowie eine städtische Kindertagesstätte (Düsseldorfer Straße). Der 1973 eröffnete katholische Kindergarten an der Wagnerstraße ist am 1. August 2008 geschlossen und das Areal - übrigens über viele Jahre ein „Vorratsgrundstück" für den Bau einer katholischen Kirche in Rumeln-West - mit Wohngebäuden bestückt worden. Mit viel Elan haben die Kirchengemeinden und die Stadt den U 3-Ausbau ihrer Einrichtungen vorangetrieben.

Schulen

Rumeln-Kaldenhausen hat drei Gemeinschaftsgrundschulen (Marienfeldschule, Gerhart-Hauptmann-Schule, Donkschule) und (noch) zwei weiterführende Schulen, die in einem Schulzentrum vereint sind: Das Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) sowie die nach Lage der Dinge bald auslaufende Gemeinschaftshauptschule Schulallee (GHS Schulallee). Bis 2010 gab es die Friedrich-Fröbel-Schule, eine Förderschule für geistig Behinderte, in Kaldenhausen. Sie befindet sich jetzt im benachbarten Rheinhausen-Bergheim.

Sport

International bekannt wurde der Stadtteil durch die Frauenfußballmannschaft des FC Rumeln-Kaldenhausen, der sich 1997 zunächst in FCR Duisburg 1955 umbenannte, ehe die Abspaltung der Fußballerinnen unter dem Namen FCR 2001 Duisburg erfolgte. Höhepunkte für den Erstligisten (im 21. Jahr ohne Unterbrechung!) waren der Gewinn des DFB-Pokals (1998, 2009 und 2010), die Deutsche Meisterschaft (2000) und der Sieg im UEFA Women's Cup (2009). Der FCR ist auf der rechten Rheinseite im südlichen Stadtteil Hüttenheim beheimatet, der Gang zum MSV Duisburg erfolgte am 1. Januar 2014. Heute heißt der Mutterverein wieder FC Rumeln-Kaldenhausen.

Den größten Sportverein im Ort bildet der Rumelner TV (RTV) mit mehr als 2400 Mitgliedern in acht Abteilungen. Hier wie dort haben Sportler und Teams den guten Namen ihres Vereins national bekannt gemacht. Ab 2011 überregional für Rumeln-Kaldenhausen Werbung machten die Volleyball-Männer des RTV, die in der 2. Bundesliga für Furore sorgten. Die finanzielle und personelle Situation war 2014 der Grund, warum der Verein nicht mehr für die Belle Etage meldete.

Die Sportvereine, die die Ortsinteressen im Schilde führen (nach Gründungsjahren):

  • Allgemeiner Schützenverein Kaldenhausen 1872 (ASV)
  • Reit- und Fahrverein Ziethen Trompet 1884 (RuFV)
  • Rumelner Turnverein 1900 (RTV)
  • Turnverein Kaldenhausen 1905 (TVK)
  • FC Rumeln-Kaldenhausen 1955 (FCRK)
  • Angelsportverein "Gut Biss" Rumeln-Kaldenhausen 1960
  • Wassersportgemeinschaft Rumeln-Kaldenhausen 1961 (WRK)
  • Tennisclub Rumeln-Kaldenhausen 1963 (TC)
  • Handballsportgemeinschaft Vennikel Rumeln Kaldenhausen 1971 (HSG)
  • FCR 2001 Duisburg (jetzt MSV Duisburg)

Weiterhin von sportlicher Bedeutung für den Stadtteil ist die Wasserski-Anlage am kleinen Toeppersee (auch Tegge oder Rottmann-See) an der Grenze zu Bergheim. Dort wurde auch das neue Hallenbad gebaut. Das alte Hallenbad Rumeln-Kaldenhausen an der Rathausallee wurde wegen Baufälligkeit geschlossen.

Verkehr

Rumeln-Kaldenhausen verfügt über den Bahnhof Rumeln, an dem der Nahverkehr von Duisburg nach Xanten Station macht, auch verkehrt hier die Regionalbahn "Der Niederrheiner" (RB 31). Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009 durch die NordWestBahn. Auf der Straße fahren die Buslinien 923 und 924 über Rheinhausen und Hochfeld nach Duisburg-Mitte. Die Linie 923 fährt von Duisburg-Mitte weiter über den Kalkweg (MSV-Arena, Sportschule Wedau) zum Klinikum Duisburg und die Linie 924 weiter zur Universität Duisburg-Essen. Die Schnellbuslinie SB 80 fährt linksrheinisch von Krefeld-Uerdingen über Rumeln nach Moers. Alle Linien halten am Rumelner Marktplatz, die Linie 923 bedient auch den Rumelner Bahnhof.


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