Kaldenhausen war Finefrau und Bergheim Mausegatt

Verfasst am: 2018-08-18  •  Autor: Ferdi Seidelt  •  Fotos: Ferdi Seidelt (4), Heinz Billen

Kaldenhausen war Finefrau und Bergheim MausegattKaldenhausen war Finefrau und Bergheim MausegattKaldenhausen war Finefrau und Bergheim Mausegatt

Wer auf der Bergbau-Denkmal-Baustelle mit Walter Stärk spricht, lernt schnell etwas dazu. „Unter Kaldenhausen haben wir in 280 Meter Tiefe das Flöz Finefrau abgebaut, 75 cm stark. Unter Rumeln war es das Sarnsbänksgen. Das eine war noch Eß-, das andere schon Magerkohle.“ Zwei Sätze nur, die erklärt aber mehrere Seiten füllen könnten.
„Finefrau“-Kohle ist wie das schwarze Geitling- und Mausegatt-Gold unter Bergheim eine Eßkohle, Sarnsbänksgen-Kohle dagegen eine Semi-Anthrazit-, eine Magerkohle. Das alles sind Begriffe, mit denen die Förderung klassifiziert wurde. Einfach ausgedrückt: Nehmen der Wasserstoff- und Sauerstoff-Gehalt sowie die flüchtigen Bestandteile ab, nimmt der Heizwert zu. Ess- und Magerkohle sind sich sehr ähnlich, zählen zu den höherwertigen Brennstoffen (im Gegensatz zur Gas- oder Flammkohle). Und mit „75 cm“ meint der ehemalige Steiger die Mächtigkeit der Lagerstätte (= Flöz). Doch damit nicht genug: „Das erste Flöz, das in Rumeln-Kaldenhausen erreicht wurde, war die Kreftenscheer-Eßkohle in 132,8 Metern.“ Alles klar?
Doch zurück zu den Baustellen in Bergheim und in Rumeln-Kaldenhausen! Während hinter den Kulissen „ergänzende Momente“ für die Ausgestaltung der Denkmäler beschafft wurden - von der Barbara-Statue über original Gezähe (Werkzeuge der Kumpel) bis hin zur Schnupftabak-Dose -, ging es hier wie dort mit viel Engagement weiter. Unter Anleitung von Bauleiter Heinz Billen vollendete eine Kolonne von Abdullah Altun in Bergheim die Optik des Rheinhauser Stollens. Billen sorgte mit seinem handwerklich-künstlerischen Können dafür, dass an der Vorderseite exemplarische Gesteinsschichten samt Flöz Mausegatt zu sehen sein werden.
In Rumeln-Kaldenhausen wird an einem noch größeren Werk gearbeitet. Hier steht Billen insbesondere Walter Stärk mit Rat und Tat zur Seite. Hinten werden platziert wie schon bei der Wappenwand eine lauschige Sitz-Ecke (samt Schlagwetter-fester Grubenlampe!) und eine Abbildung des Schachts Rumeln samt Gleise, vorne der Rumeln-Kaldenhausener Stollen samt geologischem Aufriss mit Flöz Finefrau. Auch das Dach hat eine eigene Geschichte. Kaum war die Kappe (des „Deutschen Türstocks“) übermauert, spendierte Mäzen Arne Thomsen (Steinbau) einen Beton-Rähm, auf das eine weitere Reihe Steine und ein verzinkter Winkelrahmen plus Verbretterung fixiert wurden. Sponsor Dachdeckermeister Frank Rentzsch spendierte Grundierung für den Kalksandstein, Schweißbahn und die Ausrüstung – fertig war die Flachdach-Pfanne. Hier werden die Förderer Kay und Udo Moldenhauer eine schöne Dachbegrünung schaffen – die Natur bedankt sich schon jetzt.
Eine kleine Sensation dürfte das Festprogramm in der Woche vom 22. bis zum 29. September werden. In sympathischer Zusammenarbeit von Arbeitskreis Bergbau-Gedenken Wilhelmine Mevissen/Fritz, IGBCE und Abdullah Altun wird es festliche Stunden mit viel Tiefgang geben. Sowohl in Bergheim als auch in Rumeln-Kaldenhausen. Hinzu kommen zwei Erzähl-Termine im Kulturspielhaus Rumeln und ein Tag der Offenen Tür im Bergheimer Bergbau-Museum (mehr Details später).

Zu unseren Bildern (zum Vergrößern bitte anklicken):
1 – Baustelle Rumeln. Die geologischen Schichten entstehen! Kunsthandwerker Heinz Billen arbeitet insbesondere mit Steinbruch. Der eignet sich vorzüglich zur Darstellung einer Schichtung. Foto Ferdi Seidelt
2 – Baustelle Rumeln. Walter Stärk arbeitet mit Bitumen am Flöz Finefrau, Heinz Billen schneidet die Schweißbahn. Am Ende des Tages steht die Lagerstätte und die Wanne für das Dachgrün. Foto Ferdi Seidelt
3 – Baustelle Bergheim. Ferdi Seidelt (links) und Abdullah Altun hatten die Idee, das rückzubauende Loren-Paar friedlich-schiedlich aufzuteilen. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Foto Heinz Billen
4 – Baustelle Bergheim. Mit viel Kreativität und noch mehr Ideen zaubert Heinz Billen den geologischen Aufriss eines Berges. Im Mittelpunkt des Interesses – die Kohle, das schwarze Gold. Foto Ferdi Seidelt
5 – Baustelle Bergheim. Schon sehr weit fertig der „Rheinhauser Stollen“ mit Deutschem Türstock, Flöz Mausegatt und verschiedenen geologischen Lagen. Foto Ferdi Seidelt

Kaldenhausen war Finefrau und Bergheim Mausegatt Kaldenhausen war Finefrau und Bergheim Mausegatt

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Rumeln-Kaldenhausen summt am 5. August!

Verfasst am: 2018-07-28  •  Autor: Ferdi Seidelt, Wochenanzeiger  •  Fotos: Ferdi Seidelt

Rumeln-Kaldenhausen summt am 5. August!Rumeln-Kaldenhausen summt am 5. August!

Vize Wolfgang Neiß setzt sich hin, schaut entspannt auf einen Stapel dunkler Kisten. Hinter ihm steht Vorsitzender Michael Vedder. Um sie herum summt es. Hundertfach. Keine Spur von Hektik, weder bei den Männern, noch bei den Hautflüglern. Die Kisten sind sogenannte Magazin-Beuten, in denen sich Bienenstöcke befinden. Wo wir uns befinden? Klar doch, wir sind in Rumeln-Kaldenhausen, im bundesweit (!) fast einzigartigen Bienen-Kompetenz-, Ausbildungs- und Schau-Zentrum. Schulallee 11, direkt neben dem Albert-Einstein-Gymnasium.
Grund der Unterredung: Die CDU in der Bezirksvertretung Rheinhausen hatte im Oktober 2017, später auch im Umweltausschuss beantragt und durchgesetzt, dass sich Duisburg der bundesweiten Initiative „Deutschland summt“ anschließt. Und dass die Verwaltung die Kreisimkerschaft Duisburg und das Bienenmuseum Duisburg bittet, die inhaltlich fachliche Leitung zu übernehmen.
Die Stadt: „Initiativen und Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Insekten sind grundsätzlich zu begrüßen. Die Stiftung ,Deutschland summt' hat Wildbienen und Insekten allgemein über die ,Flagschiffart' Honigbiene im Fokus. Durch Informations- und Aufklärungsarbeit sollen alle Bereiche der Gesellschaft dafür gewonnen werden, Maßnahmen zur Förderung dieser Arten umzusetzen, zum Beispiel Anlegen von Wildblumenwiesen oder Gestaltung naturnaher Gärten.“
Derweil die Bezirksvertretung Rheinhausen im Juni 2018 der Aktion ein Startkapital in Höhe von 1000 € zugesprochen hatte, stimmte sich die Behörde mit dem Bienenmuseum ab. Mit Unterstützung der Stiftung wird es einen Workshop geben für Duisburger Organisationen und Gruppen, die im Sinne einer Kooperation Akteure des Projektes vor Ort sein könnten. Möglich ist in diesem Rahmen vieles: Bildung eines Netzwerkes, eine Ausstellung, Kontaktaufnahme zu Schulen (Biologielehrern), Extensivierung der Pflege auf Grünflächen von Gewerbe- und Industriebetrieben sowie von Wohnungsbaugesellschaften, Durchführung von Vortragsveranstaltungen und Seminaren zum Thema „bienen- und insektenfreundliche Gärten“.
Dieses und vieles mehr kann besprochen werden, wenn am Sonntag, 5. August, 10 bis 16 Uhr, das Bienenmuseum zum Tag der Offenen Tür lädt. In den Ausstellungsräumen und im umliegenden Freigelände lernt der Gast „alles rund um die Biene“ kennen, er kann Bienenhotels und die Bienenhaltung hautnah anschauen, in ein lebendes Bienenvolk sehen und vieles mehr.
Das Leitbild des Bienenmuseums: „Wir setzen uns für den Erhalt sowohl der Honig- als auch der Wildbienen sowie der Hummeln, Wespen, Hornissen und Ameisen ein. Wir fördern Initiativen zur Optimierung des Lebensraums unserer Bienen und bemühen uns um die qualifizierte, nachhaltige Aus- und Fortbildung der Hobbyimker, die bei uns nicht zuletzt den achtsamen und respektvollen Umgang mit der Honigbiene erlernen. Ein besonderes Anliegen ist uns die realitätsnahe Unterrichtung der Bevölkerung über die Lebenssituation besonders der Bienen und über die Möglichkeiten des Einzelnen, sie zu verbessern.“

Zu unseren Bildern (zum Vergrößern bitte anklicken):
1 – Engagement und Ideenreichtum pur - die Vorsitzenden Michael Vedder und Wolfgang Neiß bei ihren summenden Schutzbefohlenen.
Foto Ferdi Seidelt
2 – Ein „Bienenhotel“ ist eine wichtige, praktisch von jedermann mit geringem Aufwand umsetzbare Insektenschutzmaßnahme.
Foto Ferdi Seidelt



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