Alle Kraft voraus für das Nutztier Biene!

Verfasst am: 2019-05-05  •  Autor: Ferdi Seidelt, Wochenanzeiger  •  Fotos: Ferdi Seidelt

Alle Kraft voraus für das Nutztier Biene!Alle Kraft voraus für das Nutztier Biene!Alle Kraft voraus für das Nutztier Biene!

Geliefert! Marten Dalimot ist nicht nur ein renommierter Graffiti-Künstler, der Fassaden und Räume gestaltet, sondern auch ein diplomierter Kommunikationsdesigner, der gestalterisch sein Handwerk versteht. Agentur und Person sind dermaßen gefragt, dass seine Anwesenheit bei der Präsentation der spektakulär gestalteten Fassaden des Bienenmuseums Duisburg eine angenehme Überraschung war!
Ortstermin, Schulallee 11, Rumeln-Kal­den­hausen, 16 Uhr. Vorsitzender Michael Vedder begrüßt die Gäste. Be ­zirks ­bür ­ger ­meisterin Astrid Hanske ist gekommen, ihre Stellvertreterin Katharina Gottschling und Rathaus-Manager Jürgen Konkol auch. Die Parteien haben Ratsmitglieder und Bezirksvertreter aufgeboten, special guest ist Susanne Breidenbach, selbst Imkerin und Repräsentantin von „Kants Garten“.
Das Gebäude der Kreisimkerschaft Duisburg sei weit mehr als nur ein Natur­kun­de­museum, bemerkt Vorstandssprecher Wolfgang Neiss und lädt zur gemütlichen Kaffeetafel. Imkerinnen, Imker und alle, die sich für eine zeitgemäße Bienenhaltung interessieren, werden hier, so Neiss, durch ein breites Seminarangebot für eine erfolgreiche Imkerei und Bienenhaltung ausgebildet und unterstützt. Gerne informiere das Bienenmuseum ausführlich über die Verwandten der Honigbiene wie Wespen, Hornissen, Hummeln und solitär lebende Bienen in ihren Lebensweisen und ihre Bedeutung für Mensch und Natur.
Dann geht’s ans Eingemachte. Innerhalb der letzten 30 Jahre seien in Nordrhein-Westfalen 75 Prozent der Fluginsekten von der Bildfläche verschwunden. Auch der Biene gehe es vermehrt an den Kragen. Dabei sei sie doch nach Rind und Schwein das drittwichtigste Nutztier, weniger wegen ihrer Honigproduktion, sondern ihrer Bestäubungsleistung. Logische Konsequenz: Erst durch die Bienen wird es möglich, dass unser Speiseplan aus mehr als Weizen und Reis besteht. Die Bestäubung wird zu 70 Prozent von ihnen geleistet, ohne Bienen gibt es weder Äpfel, noch Avocados oder Mandeln, insgesamt müssten wir auf 30 Prozent unserer Lebensmittel verzichten. Bienen tragen also ganz entscheidend zur Ernährung der Weltbevölkerung bei. Eine Schätzung über die wirtschaftliche Leistung, die die Bienen allein in Deutschland erbringen, hat ergeben, dass sie rund zwei Milliarden Euro entspricht.
Mithin mahnen und warnen die Bienenfreude unentwegt vor jedweder Ignoranz gegenüber den kleinen summenden Helfern! Um das auch nach außen visuell zu kommunizieren, wurde Graffiti-Guru Marten Dalimot gebeten, den Pavillon, in dem das Museum untergebracht ist, mit thematisch passenden Hinguckern aufzupeppen.
Ein Herz für Hautflügler und weitere Insekten hat auch die Initiative „Kants Garten“ von Susanne Breidenbach. Mitten in Duisburg, im Kantpark, demonstriert die Naturfreundin an vielen Beispielen die Wichtigkeit einer blühenden Umgebung, den Wert von Insektenhotels und Nistkästen. Klar, dass sie den Dalimot-Tag nutzt, um für ihre Aktionen zu werben.
Bleibt zu berichten, dass der Lehrpfad neben dem Bienenmuseum so gut wie fertig ist. Wie auch im Kantpark wird dort auf all das hingewiesen, „um in Sachen Biene & Co. noch die Kurve zu kriegen“. Schließlich mahnte vor genau 70 Jahren Albert Einstein wie folgt: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch wenige Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr.“
Da macht es schon Sinn, einen Graffiti-Künstler zu beauftragen, riesige Bienen an die Wände eines kleinen Gebäudes zu sprayen. Wenn nun vermehrt Blüh-Wiesen und weniger Stein-Gärten angelegt werden, wäre das die korrekte Antwort auf eine mehr als nur sinnvolle Aktion.
Zu unseren Bildern (zum Vergrößern bitte anklicken):
1 – Der Künstler vor seinem jüngsten Werk! Marten Dailomt ist einer der Großen seiner Branche, die Auftragsbücher seiner Firma sind voll (Foto Ferdi Seidelt).
2 – Die Rückseite des Bienenmuseums: die sechseckige Wabe, die architektonische Grundform der Bienen, der Honig, der aus jedem Buchstaben tropft (Foto Ferdi Seidelt).
3 – Eine Detailaufnahme der spektakulären Motiv-Wände, deutlicher kann das drittwichtigste Nutztier der Nation nicht dargestellt werden (Foto Ferdi Seidelt).


Behelfsbrücke nimmt wichtige Hürden!

Verfasst am: 2019-05-02  •  Autor: Ferdi Seidelt  •  Fotos: Archiv

Behelfsbrücke nimmt wichtige Hürden!Behelfsbrücke nimmt wichtige Hürden!

Die entscheidenden Gremien haben der interkommunalen Absprache zugestimmt oder werden es noch tun. Die Behelfsbrücke Cölve kommt! Auf Duisburger Seite spielt die DVG eine wichtige Rolle. Sie übernimmt die hälftigen Kosten für Aufbau und Unterhaltung des Provisoriums (die andere Hälfte zahlt Moers). Und das geht so: Die Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) bekommt von der Bezirksregierung die Linienkonzession für die Jahre 2020 und folgende (was nur noch Formsache ist). Durch die Behelfsbrücke spart die DVG erhebliche Kosten, die ihr zur Zeit durch den Umweg entstehen. Das reicht aus, um die Duisburger Kosten zu übernehmen. Die Duisburger Kostenbeteiligung an der Behelfsbrücke in Höhe von 466.000 € (für 2020 bis 2025) wird also durch die vermiedenen Mehraufwendungen der DVG aus dem aktuell zu fahrenden Umleitungsverkehr der Linie 924 gegenfinanziert werden.
2025 soll es eine neue Brücke geben! Der Beschlussentwurf: „Der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg wird beauftragt, Details einer dauerhaften und tragfähig rechtlichen Lösung für den Neubau der Brücke zu untersuchen und dem Rat zur Entscheidung vorzulegen. Angestrebt wird dabei die Übernahme der Straßenbaulast durch die Stadt Duisburg.“ Anders ausgedrückt: Die hoheitlichen Rechte der Flurstücke sollen von Moers auf Duisburg übergehen.
Doch zurück zur Behelfslösung! Die Brücke wurde 1911 als Stahlfachwerkbrücke errichtet und befand sich bis 1994 im Eigentum der Deutschen Bahn. Durch eine Änderung des Eisenbahnkreuzungsgesetzes wurde die Baulast auf Moers übertragen. Im Rahmen der Übergabe wurde gutachterlich ein schlechter Zustand des Bauwerks festgestellt. 1998 wurde die Brücke von 30 t auf 16 t „abgelastet“. Ab 2003 durfte die ursprünglich zweispurige Brücke nur noch einspurig befahren werden. Ab 2013 wurde eine Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit auf 10 km/h erforderlich, 2015 wurde die Brücke erneut instandgesetzt, 2017 war Schicht im Schacht.
Die geplante Behelfsbrücke besteht aus Einzelteilen eines Baukastensystems, welches für temporäre Ersatzbrückenbauwerke entwickelt wurde und angemietet werden kann. Die Behelfsbrücke wird innerhalb des Querschnitts der vorhandenen Brücke eingeschoben. Eine Belastung des Bestandsbauwerks durch die Behelfsbrücke ist zu jeder Zeit auszuschließen. Die Gründung erfolgt außerhalb der vorhandenen Widerlager, weshalb die Behelfsbrücke länger als das Bestandsbauwerk sein muss.
Durch die höhere Lage der Behelfsbrücke gegenüber der Bestandsbrücke muss auf beiden Seiten der Behelfsbrücke eine Anrampung von knapp 20 m Länge zur Überwindung des Höhenversatzes angeordnet werden. Außerdem muss die Durchfahrtshöhe weiter beschränkt werden, damit der Sicherheitsabstand zum oberen Windverband des vorhandenen Bauwerks bestehen bleibt. Die Einhaltung der Beschränkung soll durch starre Portalrahmen sichergestellt werden, die wiederum durch Vorportale mit einer beweglichen Höhenbegrenzung gesichert werden.
Es ist eine einspurige Verkehrsführung vorgesehen, die durch eine Ampel geregelt werden soll. Die Brücke kann trotz der Höhenbeschränkung von Bussen befahren werden. Der Rad- und Fußverkehr wird neben der eingeschobenen Behelfsbrücke weiterhin auf dem Bestandsbauwerk geführt. Um das Bestandsbauwerk zu entlasten, werden die Betonplatten, die ursprünglich die Gehwege bildeten, demontiert.
Beginn der Maßnahme wird Juni 2019 sein. Für die einzelnen Schritte schätzt die Stadt die Zeiten wie folgt: Ausführungsplanung/Kampfmittelsondierung zwei Monate, Aktualisierung Bodengutachten einen Monat, Vorbereitung Vergabe drei Monate, Vergabeverfahren zwei Monate, Zeit von Zuschlag bis Baubeginn, einen Monat, Demontage Betonplatten einen Monat und eigentliche Bauzeit (Rampen, Einbau der Brücke) drei Monate. Einweihung: Juli 2020. Dann freut sich auch Rumeln-Kaldenhausen...

Zu unseren Bildern:
1 – An dieses Bild mussten sich die Menschen ab Juli 2017 gewöhnen. Die Duisburger Planer meinen nun, dass die Behelfslösung plus/minus Juli 2020 befahrbar sein wird.
2 – Moers-Bürgermeister Christoph Fleischhauer zieht im Gespräch mit dem Verfasser den Hut vor der Bürgerinitiative Cölve-Behelfsbrücke und der Rheinhauser Politik.



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