FF über Nacht mit Schutzkittel-Manufaktur

Verfasst am: 2020-04-17  •  Autor: Ferdi Seidelt, Wochenanzeiger  •  Fotos: Ferdi Seidelt

FF über Nacht mit Schutzkittel-ManufakturFF über Nacht mit Schutzkittel-ManufakturFF über Nacht mit Schutzkittel-Manufaktur

Während sich die meisten Menschen auf Ostern vorbereiteten, holt ein Feuerwehrkamerad „auf dem schnellsten Weg“ Folienschweißzangen aus Saarbrücken - Versandhändler Amazon wäre deutlich langsamer gewesen. Andere Materialien gibt es nur in München. Doch das begehrteste Gut, viele laufende Meter Folien, besorgt sich der Löschzug Rumeln-Kaldenhausen der Freiwilligen Feuerwehr aus den Baumärkten der Umgebung, kauft auch den Asterlager Fachhändler Eisen Krämer leer. „Hamsterkauf“ einmal anders! Wie das?
Bereits seit fünf Wochen sind die Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr, von den Hilfsorganisationen und zahlreiche Spontanhelfer im Einsatz gegen das Corona-Virus. Leitender Branddirektor Oliver Tittmann, mithin der Chef der Feuerwehr Duisburg, dankt in einer bewegenden und motivierenden Facebook-Ansprache seinem „Team Duisburg“ für dessen Engagement. Das dürfte in besonderem Maße für die Männer und Frauen des Löschzuges von der Kirchfeldstraße 2 gelten - was dort abgeht, ist nun wirklich nicht alltäglich.
Gründonnerstag. Marschbefehl aus Duisburg. Der Löschzug 670 möge bitte sofort die Herstellung von Schutzkitteln aufnehmen. Zwar wird zurzeit an vielen Stellen die Inland-Produktion von Schutzkittel, Atemschutzmaske und Panoramavisier hochgefahren, „um den Notlagerbestand der Kliniken erweitern zu können“ (NRW-Gesundheitsminister Josef Laumann), doch bis das mal anläuft! Um aber Duisburg so aufzustellen, dass möglichst rasch alle Situationen bedient werden können, hat die Stadt viele Hebel in Bewegung gesetzt.
Schon am gleichen Tag werden Paletten, Tische, Böcke, die Folien und die Werkzeuge besorgt. Besonders wichtig ist das Schnittmuster, zuerst aus Pappe, später aus Holz. Ebenfalls noch an Tag 1 konzipieren die Fire Fighter die Produktionsstraße, bereits Karfreitag nimmt die Schutzkittel-Manufaktur die Produktion auf. Dank des Dreischichtbetriebes können täglich hunderte Kittel in die Kliniken der Stadt gefahren werden, Karsamstag, Ostersonntag, Osterdienstag – und das noch etliche Tage, wenn nicht Wochen! Gefahren wird eine Schicht mit minimal sechs und maximal zehn Personen.
Die vielen Fahrten von und zu der Wache, der volle Parkplatz und die aufgrund des Wetters offene Fahrzeughalle, hier befindet sich die Produktion, animierte so manchen Bürger zu einem Facebook-Eintrag. Mit Erfolg. Da gab es Karfreitag die rührige Seniorin, die einen schönen Euro-Schein in die Kaffeekasse der Feuerwehrleute stopfte. Und wenig später den selbstlosen Freddy Driesen, der spontan das Rumeln-Kaldenhausener FF-Team mit Essen versorgen wollte. Weitere Danksagungen analog und digital verdeutlichen: Den Männern und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr gebührt allerersten Respekt und höchste Anerkennung. Nicht zu vergessen die Familien, die auf ihre Helden ungewöhnlich oft und lange verzichten müssen.
Jetzt Mittwoch der nächste Clou: Aufgrund der Schlagkraft des Löschzuges hat das THW auf dem gegenüberliegenden Parkplatz ein großes Zelt errichtet. Für Produktionsstraße II. Der Run auf die FF-Konfektion ist riesig...

Zu unseren Bildern (zum Vergrößern bitte anklicken):
Schritt 1 – Auf zirka 20 aufgelegten Folien wird das überdimensionale Schnittmuster gelegt, „personell“ beschwert und sogleich das Cuttermesser gezückt.
Schritt 2 – Der Folienrohling wird durch die Fertigung der Ärmel-Nähte mit einer Folienschweißzange zu einem funktionsfähigen Schutzkittel.
Schritt 3 – 50 fertige Schutzkittel wandern in einen blauen Transportsack, der Vertrieb an die Duisburger Kliniken wird so logistisch perfekt vorbereitet.


Eigentlich...

Verfasst am: 2020-04-10  •  Autor: Ferdi Seidelt  •  Fotos: Archiv

Eigentlich...Eigentlich...Eigentlich...

Eigentlich wollte ich am Samstag an einem Osterfeuer stehen. Ich hatte die Qual der Wahl. Gehe ich zu meinem Angelverein, der am Mühlenbergsee stets tolle Veranstaltungen ausrichtet? Oder zum TV Kaldenhausen, der am Westrich ebenfalls die flammende Tradition pflegt? Oder, um ein weiteres Beispiel zu nennen, zum TV Vennikel, wo gleichwohl einem Holzstoß aus Baum- und Strauchschnitt das Garaus gemacht wird? Doch Passahfeuer hin, Brauchtumspflege her, Osterfeuer ist nicht!
Auch das kultige Eiersuchen der Freiwilligen Feuerwehr am Ostermontag kann nicht steigen. Mein Enkelkind und ich, Vorfreude pur seit Wochen. Müssen wir durch, die Lütte und der Opa. Auch die Kirchen bleiben dunkel. Ostern ohne Gottesdienst, undenkbar! Die Auferstehung Jesu Christi, für Christen Urgrund ihres Glaubens, nicht gemeinsam feiern, wie soll das gehen?
Nun, es muss gehen! Gebot der Stunde ist die äußerste Rücksichtnahme auf die Dir und mir begegnenden Mitmenschen, das aktive, helfende Handeln für Menschen, die Du und ich beim Einkaufen, auf der Straße oder wo auch immer treffen. Der sozial denkende Mensch nennt solches Verhalten leicht überhöht Nächstenliebe. „Liebe“ beinhaltet hier jede dem Wohl des Mitmenschen zugewandte Gefühls-, Willens- und Tathandlung, der „Nächste“ kann jeder Mensch in einer beliebigen Situation sein.
Die Verantwortlichen in Stadt, Land und Bund geben den Rahmen vor! Zentrales Instrument zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist die Begrenzung der Kontakte auf das Notwendigste. Also kein Kurzurlaub in den Osterferien, kein Kumpel-Bier in den Delta-Stuben oder im Mühlenwinkel, keine Feiertagsfrisur in einem unserer Haarkünstler-Salons, kein routinemäßiger Gang zur Kosmetikerin oder zur Fußpflegerin, kein Trimm-Dich bei Marion, Melanie oder Hermann, kein Aufpeppen der Hautbräunung im Sonnenstudio. Ein Foto bei Turan, eine neue Sportkluft von Grille, ein T-Shirt vom Stahlkind, eine Reisebuchung bei Beate oder ein Heimatabend mit Heinz Billen – alles zurzeit (noch) nicht (wieder) möglich.
Stark zu kämpfen haben diese Betriebe, doch damit nicht genug. Das Kulturspielhaus Rumeln muss eine Veranstaltung nach der anderen absagen, das Re-Booking der zum Teil langfristig verpflichteten Künstler ist gestern, heute und morgen ein Thema. Die Vereine, im Jahresmittel fast nonstop unter Dampf, müssen viele Dinge mit tausenden Mitgliedern regeln. Dem Sport-Zaungast, dem Fan sind alle Bühnen genommen worden. Ob und wann der MSV wieder um Punkte spielt, wer weiß? Definitiv eingestellt haben die Handballer ihre Spielzeit, die HSG VeRuKa wird in ihrer Entwicklung ausgebremst.
Auch der Runde Tisch muss schauen, was mit seinen Veranstaltungen wird. Wir werden möglichst rasch mitteilen, ob und wann es in diesem Jahr noch Veranstaltungen geben wird. Dafür ist auf dieser Seite links der Button „Termine 2020“ da. Wenn ich die Verantwortlichen richtig verstehe, wird es zuerst einmal nur da Lockerungen geben, wo es vertretbar ist. Am Mittwoch nach Ostern wollen Angela Merkel und die Ministerpräsidenten über eine mögliche schrittweise Aufhebung der Corona-Beschränkungen beraten. Bis dahin gilt das „volle Programm“, dessen Einhaltung ein Muss für jedermann sein sollte.
Werben möchte ich für ein ganz besonderes „Rumeln-Kaldenhausen first“. Wir unterstützen heute und morgen unsere Händler, Handwerker, Dienstleister, Ärzte, Apotheker, Gastronomen, Vereine und Verbände, indem wir sie bei unseren alltäglichen und auch besonderen Dingen vorrangig berücksichtigen. Sie alle machen unser sympathisches Miteinander aus, sind Heimat. In diesem Sinne – Frohe Ostern.



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