Das Zechen-Tagebuch - erste Arbeiten hier wie dort

Text: Ferdi Seidelt - Fotos: Ferdi Seidelt (2), Abdullah Altun (3)

Unsere Bergleute

Im letzten Bericht schilderten wir den Abtransport der Loren und Schienen. Diese wurden in die Bergheimer Werkstatt von Gleis- und Tiefbau Abdullah Altun gebracht, wo die Mitarbeiter und insbesondere Schweißer Ali Altun die historischen Schätzchen in Empfang nahmen.

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Gleichzeitig wagt „Bauleiter“ Heinz Billen den regionalen Spagat: heute in Rumeln-Kaldenhausen, morgen in Bergheim. An der Bergheimer Straße wird das Bauwerk abgesteckt und an der Rathausallee kundig das Schnurgerüst gesetzt. Nach den Ausschachtungsarbeiten in Bergheim ist das Beton-Fundament nur Formsache. Dann geht es der Wiese vor dem Ex-Rathaus Rumeln-Kaldenhausen an den Kragen. Quer durch das Grün wird von Elektromeister Fritz Ketzer ein Erdkabel NYY-J 5x2,5 (Starkstromkabel) verlegt, soll doch das langsam, aber sicher Form annehmende „Open Air Heimatmuseum Rumeln-Kaldenhausen“ mit ausreichend „Saft“ versorgt werden. Geplant sind etliche Beleuchtungseffekte – doch das ist ein eigenes Kapitel. Von der „Hauptleitung“ ab gehen die Unterversorgungen für die Wappenwand, den Bergbau-Streb und später die Remise (die an die Landwirtschaft vor Ort erinnern soll). Das Schmalbagger-Rinnen-System von STN-Chef Michael Hass sieht zwar verwirrend aus, macht aber Sinn.

Ungezählte Stunden investieren derweil die Experten von Abdullah Altun in die Exponate. Richtiggehend vertrauenerweckend sehen die Gleisabschnitte aus, die unter Nutzung der Originalschienen und der Befestigungsmaterialien wieder auf 600er Spur gebracht wurden.

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Deutlich komplizierter ist die Sanierung der 850-l-Loren. Der offene kastenförmige Förderwagen, auch „Hunt“ oder „Hund“ genannt, zeigt sich nicht gerade mehr fabrikneu. Kleiner Exkurs für Schlaumeier: Der im Mittelalter verwendete Hunt aus Holz soll beim Schieben durch den Huntstößer auf den Spurlatten (hölzerne Schienen) besonders in Kurven ein bellendes Geräusch verursacht haben, deshalb der Name. Sagt man.

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Nun, nachdem die Männer die Grubenhunte ausgepackt haben, wird deutlich, was jahrzehntelange Maloche unter Tage sowie 28 Jahre, 6 Monate und 25 Tage als Denkmal in Bergheim angerichtet haben - umfangreicher Rostfraß an den Böden! Abdullahs exzellente Metaller lassen sich aber nicht verwirren und gehen das Desaster per Schweißgerät an. Diese stoffschlüssige Verbindung sorgt für hohe Festigkeit – der Hund kann wieder „bellen“! Eine spezielle Bitumen-Farbe wird die Transport-Beule über Jahrzehnte schützen. Soweit unser First Look in die Werkstatt-Hallen der hilfsbereiten Firma.

Bleibt zu berichten vom Einkauf der „Stempel“ (senkrechte Pfosten) und „Kappen“ (waagerechte Riegel on top). Da haben wir nicht etwa druckimprägnierte Palisaden oder sonst was über den Baumarkt besorgt, sondern original geschältes Grubenholz beim Großhandel bestellt – wie damals unsere Väter und Großväter.

Zu unseren Bildern (zum Vergrößern bitte anklicken):
1 – Pflegedienstleister Lars Wolfgang Fruth (die Wiese gehört der Evangelischen Altenhilfe), Landschaftsgärtner Michael Hass und Bauleiter Heinz Billen (vl) beobachten den „ersten Spatenstich“.
2 – Wo ein Bagger im Einsatz ist wächst zuerst einmal kein Gras mehr. Doch nach Verlegung der Kabel und Schließung der Rinnen sorgt Michael Hass sicherlich für alsbald wieder sprießendes Grün.
3 – Diese herrlich aufbereiteten Schienenabschnitte bilden bald den Lauf der beiden Fördertransportwagen – sowohl in Rumeln-Kaldenhausen als auch in Bergheim.
4 – Die entleerten Loren wurden als erstes gesandstrahlt, um der Sache auf den Grund zu kommen. Dann machte sich Schweißer Ali Altun ans Werk – das Ergebnis wird alle überzeugen.
5 – So sieht ein leerer Hunt von oben aus. Der Zwischenboden, wo die Kohle drapiert war, ist großflächig entnommen worden – jetzt kommen die Metaller überall ran.

















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